Wege aus der Armut

 
 

Fachtag

 

Als Auftakt der AWO-Aktionswoche „Armutsrisiko Behinderung – Armut von Menschen mit Behinderung“ fand am 7. Mai 2019 im Potsdam Museum ein Fachtag zum Thema statt. Eingeladen zum Fachtag und zu Aktionen auf dem Potsdamer Alten Markt hatte der AWO Bezirksverband Potsdam e.V. gemeinsam mit der Liga der Freien Wohlfahrtspflege Potsdam und Potsdam-Mittelmark.

 

Armutsrisiko Behinderung

 

Referentin Claudia Scheytt, Mitautorin des Armutsberichtes des Paritätischen Gesamtverbandes, wies in ihrem Beitrag darauf hin, dass Menschen mit Behinderung, ob mit oder ohne Arbeit, einem großen Armutsrisiko ausgesetzt sind. Sie haben einen eingeschränkten Zugang zu Bildung, sind häufiger und länger arbeitslos als Menschen ohne Behinderung und befinden sich überdurchschnittlich häufig in prekären Beschäftigungsverhältnissen mit geringem Einkommen.

 

Selber schuld?

 

Weitere Referentin war Angela Schweers, Vorstandsvorsitzende des AWO Bezirksverbandes Potsdam. Sie erklärte verschiedene Definitionen zum Thema Armut und machte deutlich, dass selten jemand „selber schuld“ an seiner Armut ist.

 

Was bedeutet Armut?

 

Das Grußwort hielt Dr. Elke Mandel, Beauftragte der Landesregierung für die Belange der Menschen mit Behinderungen in Brandenburg. Sie wies darauf hin, dass Armut sich nicht nur in Geldmangel ausdrückt: „Armut ist die Abwesenheit von Chancen. Armut ist, seine Situation nicht aus eigener Kraft verändern zu können. Armut ist Abhängigkeit, seine Lage nicht selbst kontrollieren zu können. Armut ist nicht teilzuhaben, getrennt zu leben von der scheinbaren Mehrheit, von ‚den anderen‘“.

 

Forderungen für eine Verbesserung der Situation

 

Dies bestätigten viele Teilnehmer*innen des Fachtages im abschließenden World Café. Die dort erarbeiteten Forderungen für eine Verbesserung der Situation der bisher in Armut lebenden Menschen mit Behinderung werden hier veröffentlicht.

 

Wege aus der Armut – Forderungskatalog

 
  • Anwendung des Rechts auf inklusive schulische Bildung und Ausbildung für Kinder und Jugendliche mit Behinderung und Schaffung der Rahmenbedingungen dafür.
  • Abbau des Förderschulsystems.
  • Reform des Bildungssystems, damit alle Eltern für ihre Kinder frei zwischen Förder- und Regelschule wählen können.
  • Schaffung des Rechtsanspruchs auf ein berufliches Orientierungsverfahren zum Erreichen höherwertiger Bildungsabschlüsse für Menschen mit Behinderung.
  • Persönlichkeitsbildung als ein wichtiges Bildungsziel.
  • Ein Schulabschluss, der jedem Kind den uneingeschränkten Beginn einer Berufsausbildung ermöglicht.
  • Bildungs- und Freizeitangebote im Kiez so ausstatten, dass sie für alle Menschen zugänglich sind.
  • Schaffung von deutlich mehr barrierefreien Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.
  • Inklusionlots*innen als erste Anlaufstelle für arbeitssuchende Menschen mit Behinderung und für mögliche Arbeitgeber*innen einführen.
  • Ergänzung des Lotsendienstes für Existenzgründer*innen um Beratungsangebote für gründungsinteressierte Menschen mit Behinderung.
  • Erhöhung und Dynamisierung der Ausgleichsabgabe für Arbeitgeber*innen.
  • Mindestlohn für die in der WfbM Beschäftigten.
  • Außenarbeitsplätze, „Budget für Arbeit“ und „Unterstützte Beschäftigung“ ausbauen.
  • Schaffung unabhängiger Clearingstellen mit Entscheidungskompetenz zur Klärung von Unterstützungsleistungen.
  • Schaffung angepasster Fördermaßnahmen für langzeitarbeitslose Menschen mit Behinderung und hierfür schnittstellenübergreifende Gremien.
  • Pflicht zur Auskunft über alle zu beantragenden Leistungen.
  • Vereinfachung des Systems Rente – Arbeit – Sozialhilfe (Schnittstellen schaffen).
  • Private Versorgungs-Versicherungen auch für Menschen mit Behinderung.
  • Armutssichere Ausgestaltung der Erwerbminderungsrente.
  • Anpassungen im Leistungskatalog für Menschen mit Behinderungen nach dem Grundsatz „Gleiche Chancen für alle!“.
  • Sicherstellung eines barrierefreien öffentlichen Nahverkehrs.

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